DUO 4/1

Das DUO wurde weitgehend aus (zum Teil modifizierten) Bauteilen der Simson Schwalbe hergestellt und wird deshalb fälschlicherweise oftmals für ein Fahrzeug von Simson gehalten. Der eigentliche Hersteller „Krankenfahrzeugfabrik Krause“ wurde 1972 teilweise verstaatlicht und produzierte fortan nur noch Fahrstühle ohne Motor. Die Fertigung der motorisierten Krankenfahrstühle wurde jedoch fortgesetzt, im nun staatliche Betrieb VEB Fahrzeugbau und Ausrüstungen Brandis. Im Jahre 1981 erfolgte eine Umbenennung - der Betrieb wurde dem VEB Robur-Werke Zittau als Werk 5 angegliedert.

Modelle:

 

Neben verschiedenen einsitzigen Fahrzeugen wurde erstmals 1961 ein zweisitziges "DUO" von Louis Krause hergestellt. Es wurde schlicht PiccoloDUO genannt. Das Piccolo DUO 2 stellte eine Weiterentwicklung dar, die 1968–1970 produziert wurde. Das erste DUO in der typischen Form war das DUO 3 1970, welches alsbald zum DUO 4 weiterentwickelt wurde. Von diesem Modell wurden erstmals größere Stückzahlen gefertigt. Wie alle folgenden Modelle auch verfügte es über einen 49,6-cm³-Einzylinder-Zweitaktmotor mit handgeschaltetem Dreigang-Klauengetriebe und automatischer Fliehkraftkupplung im Ölbad zum Anfahren, wie er auch fast baugleich beim Kleinroller Typ „Schwalbe“ (KR51/1S) verwendet wurde. Dieser Motor entwickelt eine Leistung von 2,65 kW (3,6 PS), womit das DUO auf ebener Fahrbahn eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h erreicht. Kurz nach der Verstaatlichung 1972 wurde aus dem DUO 4 das DUO 4/1. Die Weiterentwicklung beschränkte sich auf einen von 6,8 auf 14 Liter vergrößerten Tank sowie einen serienmäßigen rechten Rückspiegel. Der Jahresausstoß betrug fortan etwa 1100 Fahrzeuge, welche anfangs in Olivgrün, später ausschließlich in Orange lackiert wurden. Eine Weiterentwicklung fand in den folgenden Jahren nicht statt. 1989 erschien das optisch fast unveränderte DUO 4/2, welches eine verbesserte elektrische Ausstattung inklusive Elektrostarter aufwies. Das DUO 5 existiert nur als Prototyp und sollte in der „Fahrzeugbau und Ausrüstungen Brandis GmbH“ hergestellt werden. Es wurden vom Kraftfahrtbundesamt jedoch Auflagen gemacht, die einer Serienproduktion entgegenstanden.

 

Ausstattung:

 

Das DUO 4/1 verfügte über zwei mit Federkern gepolsterte Sitzplätze. Serienmäßig wurde ein fragiles Gestänge, über das eine Plane mit Fensterausschnitten gespannt war, als Wetterschutz verwendet. Hinter der Rückbank befand sich eine Tasche zur Aufbewahrung von Werkzeug und anderem. Das Fahrzeug verfügte über beachtliche Fahrleistungen und konnte komplett per Hand bedient werden. Mit der rechten Hand wurde der Gasgriff betätigt, mit der Linken der Anreißhebel und der Schalthebel bedient. Aufgrund der automatischen Fliehkraftkupplung musste die Kupplung nicht manuell bedient werden. Die Bremsen wirkten auf alle drei Räder und wurden durch Drücken des Lenkers in Fahrtrichtung ausgelöst. Ferner gab es eine Feststellbremse. Ein erheblicher Mangel für ein behindertengerechtes Fahrzeug war der fehlende Rückwärtsgang. Der Scheinwerfer wurde durch die Lichtmaschine des Motors mit Strom versorgt. Alle anderen elektrischen Verbraucher wurden von einer Batterie gespeist. Im Gegensatz zu den Simson-Zweirädern ließ sich daher das Rücklicht auch bei abgestelltem Motor einschalten, was einen gewissen Zugewinn an Sicherheit brachte. Blinker gab es serienmäßig ebenso wie einen elektrischen Scheibenwischer. Als Zubehör war eine Wetterschutzdecke lieferbar, die die Beine vor Regen und Kälte schützte. Einige Ausstattungsdetails sind im DUO primitiv, aber genial gelöst. Die Scheibenwaschanlage wird etwa durch eine Zugpumpe aktiviert, die vom PKW Trabant entlehnt ist, und die Tankfüllstandsanzeige besteht aus einem vertikal am Tank angebrachten Benzinschlauch, aus dessen Füllstand sich der Tankfüllstand ableiten lässt. Die Fixierung der Windschutzscheibe ist nicht ganz ausreichend, sodass es zu Flattererscheinungen bei höheren Geschwindigkeiten kommen kann. Ferner ist die große Seitenwindempfindlichkeit des nur 140 kg schweren Fahrzeugs zu beachten. Die Motorgeräusche sind bei höheren Drehzahlen erheblich und aus heutiger Sicht inakzeptabel groß. Aufgrund der extrem spartanischen Ausstattung wurden viele Duos nachträglich umgebaut, häufig auch mit einem geschlossenen Aufbau mit Tür und festem Dach versehen. Direkt ab Werk gab es solche Ausführungen offenbar nur kurzzeitig.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org